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Der Präsident blickt auf 2014


Februar 2014

Portrait of Georges Fondeur.

Liebe Filmfreunde,

Schon wieder ist ein neues Jahr angebrochen. Es ist zu erwarten, dass es ebenso interessant, ja sogar ebenso spannend werden wird wie das abgelaufene.

Viele Punkte stehen auf der Agenda des Komitees. Nicht alles wird bereits spruchreif sein wenn wir uns Ende August in Piešťanyin der Slovakei wieder zusammentreffen. Einiges ist auch nicht zu bewältigen ohne das Zutun der nationalen Verbände, jedoch können wir als Komitee versuchen, die passenden Voraussetzungen hierzu zu schaffen. An dieser Stelle seien nur einige Punkte kurz erläutert.

75. UNICA in Fieberbrunn

Die 75. UNICA in Fieberbrunn bleibt nach wie vor in allerbester Erinnerung. Jedoch gibt es hie und da ein Ereignis das im Nachhinein die angenehmen Erinnerungen trüben kann. Es geht hier die Rede vom Fall Bernhard Girsberger, dem bekannten Filmemacher aus der Schweiz, der mit seinem Film Meru lebt in Fieberbrunn für Furore sorgte.  Als sich dann herausstellte dass der Film von den Autoren integral von einer im Handel erworbenen DVD kopiert worden war,  brach eine kleine, bis dahin heile Welt zusammen. Ohne den Scharfsinn eines Verbandsverantwortlichen aus Frankreich und ohne die Entschlossenheit seines Verbandes hätte dieses beschämende Spiel noch eine Weile dauern können. Dieser Einzelfall stellt natürlich die Frage ob und wie oft andere Autoren sich nicht auch bereits dieser unlauteren Methode in der Vergangenheit bedient haben.

Die modernen Medien und Techniken erlauben schon einigen skrupellosen Menschen bei der Filmgestaltung Tricks und Täuschungen aller Arten anzuwenden, die selbst dem erfahrensten und aufmerksamsten Auge entgehen. Dies bewirkt dass das Komitee in allernächster Zeit zu entscheiden haben wird inwiefern der Meldebogen für Filme abzuändern ist um zusätzlich zu der Unterschrift des Verbandspräsidenten auch diejenige des einzelnen Autoren beinhalten muss durch die er auf Ehre und Gewissen erklärt dass er über sämtliche Rechte für seinen Film verfügt. Des weiteren müssten wir überlegen ob es in schwerwiegenden Fällen nicht sogar notwendig wäre Sanktionen einzuführen, wie das Verhängen  von zeitlichen Sperren gegen Autoren oder/und ihre Verbände soweit diese der Mitschuld überführt werden könnten.

Ein Fakt der auch nicht weiter im Verborgenen bleiben kann betrifft die Professionalität der eingereichten Filme. Es kann nicht sein dass Filme die in Wirklichkeit aus einer Filmakademie stammen oder deren Autor als Professioneller längst den Rahmen unserer Regularien gesprengt hat, immer noch ohne zutreffende Kennzeichnung auf dem Meldebogen vermerkt sind. Diese Feststellung betrifft zum Glück nur einige wenige Landesverbände, jedoch sorgen sie mit ihrer verfehlten Einstufung für Unruhe und Unfrieden, besonders bei Verbänden und denjenigen Autoren wo das Wort Amateur immer noch groß geschrieben wird. Vielleicht müssen an dieser Stelle die Wettbewerbsregeln angepasst werden um z.B. der Jury einen größeren Ermessungs- und Handlungsspielraum zu gewähren.

Reforn der UNICA

Das Reformpapier das im vergangenen  Juli samt Fragebogen und Kommentar an alle Verbände versendet wurde hat seither zahlreiche Verbände zu Überlegungen animiert. Diese werden zur Zeit von unserem Sonderbeauftragten Kees Tervoort unter die Lupe genommen. Ein erster Eindruck, der sich bei einer schnellen Lektüre ergibt, zeigt dass der Bogen der Meinungen sehr weit gespannt ist, ausgehend vom quasi Status quo bis hin zur quasi Totalauflösung unserer heutigen Organisation  und deren Strukturen. Diese Spannweite hatten wir in dieser Grössenordnung allerdings nicht erwartet. Sie erschwert mitunter  die Suche nach massvollen und einvernehmlichen Neuerungen die von einer Mehrheit gewünscht werden. Es bleibt also noch viel zu tun.

UNICA 2014 in Piešťany

Viele werden sich bereits auf der Homepage vom 76. UNICA Festival in Piestany umgeschaut haben und über Unterkunft und Anmeldung bereits Informationen gesammelt haben. Etliche Leute haben auch bereits das Meldeformular eingesendet und ein Hotelzimmer reserviert. Da wir ein ähnliches Missgeschick wie voriges Jahr mit Korea eigentlich nicht zu befürchten haben, ist vom OK unter der Leitung von Zuzana Školudová der Wunsch geäußert worden dass möglichst viele Leute sich kurzfristig anmelden sollten, dies auch wegen der Planungssicherheit die jeder Ausrichter sich im Vorfeld wünscht. Wir vom Komitee sind der festen Überzeugung dass es den Verantwortlichen in der Slovakei gelingen wird einen reizvollen und abwechslungsreichen Kongress zu veranstalten.

UNICA 2015 in St. Petersburg

Die Planungen für 2015 sind bereits voll angelaufen. Während unserer Komiteesitzung die im kommenden Juni in St. Petersburg stattfinden wird, werden wir eine ganze Reihe von Punkten mit den dortigen  Ausrichtern zu klären haben. Wir werden auch aus Gewissensgründen zu prüfen haben welche Rahmenbedingungen uns in St. Petersburg erwarten werden,  sowohl in punkto Kongresshalle, wie auch in punkto Unterkunft und eventuell auch in Bezug auf die möglichen Verkehrsanbindungen von den Hotels zur Kongresshalle.  Da wir das Organisatorenteam unter Nina Zaitseva, Viatcheslav Zaytsev und Julia Obraztsova bereits seit vielen Jahren kennen und schätzen gelernt haben, sind wir überzeugt dass wir auf alle Fragen die passende Antwort bekommen werden.

Wir werden des weiteren mit den russischen Autoritäten prüfen müssen wie es um die Visumerteilung steht. Ein Touristen-Visum für Russland  kostet zum heutigen Zeitpunkt 76€. Wir werden versuchen zu erkunden ob es für die UNICA-Teilnehmer nicht eine Erleichterung in Sachen Visumsformalitäten geben kann. Des weiteren werden wir zu prüfen haben ob es allen Teilnehmern aus allen Ländern gestattet sein wird nach Russland einzureisen. Dies ist eine unabdingbare Voraussetzung für die Vergabe und das Abhalten eines UNICA-Kongresses.

Archive der UNICA


Dank dem Einsatz von Thomas Kräuchi, sind unsere Filme gut und wohl etikettiert in der Filmothek der Vereinigung Lichtspiel in Bern angekommen und archiviert worden. Ab sofort gelten folglich die Ausleih- und Kopierbedingungen wie sie im Brief 4/13 vom vergangenen November beschrieben wurden.

Mit allerbesten Grüssen,

Luxemburg im Februar 2014.
Georges Fondeur, Präsident.